Hier befinden wir uns zur Zeit:

Auf nach Ithaka
Eine Woche voller ruhiger Buchten
Nach beinahe drei Wochen in Nidri (und Umgebung) wurde es Zeit, die Segel wieder zu setzen. Auch wenn wir uns fest vorgenommen haben, an Orten, die uns gefallen, einfach mal länger zu verweilen, spürten wir: Jetzt ist der Moment für den Aufbruch. Den Montag nutzten wir für die letzten Vorbereitungen: Trink- und Tankwasser auffüllen, letzte Einkäufe erledigen und Scialla für die Abfahrt klarmachen.

Abschied und tierische Begleiter
Beim Ankerlichten am Dienstag hatten wir Glück: Kein fremdes Ketten-Wirrwarr, kein Stress – wir konnten problemlos ablegen. Unterwegs versuchten wir zu segeln, aber wir fuhren direkt in den Wind. Zugegeben: Für das mühsame Aufkreuzen sind wir manchmal - das geben wir auch offen zu - etwas zu faul, wenn das Ziel lockt und der Wind genau von vorne weht.
Wir hatten eine wunderbare Begegung: Eine grosse Delfinschule kreuzte unseren Weg! Auch wenn sie aufgrund des Motorengeräusches auf Distanz blieben, konnten wir sie beobachten. Es schien sogar Jungtiere dabei zu haben. Solche Momente sind das, wofür wir segeln – da lassen wir die Kamera gerne mal weg und geniessen einfach den Augenblick.
Einsame Bucht und Anker-Routine
Nach dem Stadttrubel in Nidri sehnten wir uns nach Ruhe und glasklarem Wasser. Auf Ithaka in der Bucht von Mavrona fanden wir genau das. Zum ersten Mal legten wir direkt mit Landleinen an, ohne vorher frei zu ankern. Das hiess dann Anker werfen und einfahren (Ankerhalt testen). Danach schwamm Janine mit dem SUP und den Leinen zu den Felsen, während Jan Scialla im Rückwärtsgang auf Position hielt. Dabei hat sich unser System mit den Landleinen in Ikea-Säcken und den Schwerlastgurten am Ende, die über die Felsen gelegt werden können, als äusserst praktisch erwiesen. Wir waren ganz alleine in der Bucht, allerdings war der Strand bei einem Landgang eher ernüchternd: Extrem vermüllt durch angeschwemmtes Plastik – ein trauriger Anblick. Auch gab es keine Wege für Spaziergänge, somit gab es auch Juna etwas ruhigere Tage mit anderen Auslastungen.

Apropos Juna; sie ist momentan ein kleiner „Härtefall“. Sie hat die Angewohnheit, bei jedem unserer Sprünge ins Wasser extrem zu bellen. Sie wirkt dann sehr gestresst und muss oft sicherheitshalber ins Innere des Bootes unter Beobachtung der anderen Person. Draussen auf dem Deck hat sie sich jedoch prächtig entwickelt: Sie springt inzwischen von der Badeplattform sicher aufs SUP und zurück. Ihre Balance, Sprungkraft und Geschicklichkeit haben enorm zugenommen – das ist schön zu sehen!

Wind & Wellen
Wir blieben zwei Nächte in Mavrona, bevor der Wind uns weiterzog. Das Ablegen war dann durchaus abenteuerlich: Der Wind kam den ganzen Morgen aus Südwesten (aus der Richtung unseres Zieles) und sollte gegen Mittag auf Nordwest wechseln. Nachdem wir einen windstillen Moment genutzt haben um unsere Landleinen zu lösen, machten wir uns auf den Weg gen Süden. Draussen warteten dann ca. einen Meter hohe Wellen direkt auf die Nase – kein Zuckerschlecken, aber nach zwei Stunden unter Motor (der Schwerstarbeit leistete) erreichten wir die grosse Bucht Kolpos Molou.

Hier ankern wir nun bei Aetos. Die Kulisse erinnert uns mit ihren Bergen ein wenig an Montenegro. Es ist herrlich ruhig: Ein sauberer Strand, eine kleine Strasse und eine Taverne. Perfekt, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen, zu lesen und den Ausblick zu geniessen. Die einzige Herausforderung sind die verwirrenden Mikroklimata, die uns mit heftigen Böen aus allen Richtungen am Anker „tanzen” lassen. Dies war jedoch vor allem nachmittags der Fall, nachts lagen wir ruhig da.

Die örtliche Taverne haben wir natürlich auch getestet – auch wenn wir mit unserer Anfrage um halb zwölf Uhr mittags für etwas verwunderte Blicke sorgten, warf der Besitzer für uns sofort den Grill an. Die Tage zogen erstaunlich schnell vorbei und wir genossen das einfache Dasein ohne irgendwelche grossen Ereignisse - den das gehört ebenfalls zu unserem Abenteuer; ganz normale Wochen.

