Im Takt der Gezeiten und Gäste

Im Takt der Gezeiten und Gäste

Samstag, Mai 23, 2026

Zwischen schwimmenden Brücken, Gastfreundlichen Stegen und Inselabenteuern mit Besuch

Die neue Woche startete direkt digital: Ein Software-Update verlangte nach einem Server-Zugriff, über den Jan nicht informiert wurde. Zum Glück wissen seine Kunden mittlerweile, dass es an Bord manchmal etwas länger dauern kann – mit etwas Geduld war das Problem aber schnell gelöst. Bevor wir den Anker lichteten, kamen Ueli und Bea noch kurz an Bord von Scialla, um unser schwimmendes Zuhause einmal persönlich in Augenschein zu nehmen. Sie machten dann netterweise auch noch ein paar Fotos von uns beim Ablegen. Danke ihr zwei!

Die schwimmende Brücke von Lefkada

Danach ging es endlich los. Mit Kurs 131° setzten wir bei bestem Wind die Genua und liessen uns treiben. Ingesamt 37 Meilen in 8 Stunden. Unser Ziel war die nördliche Spitze von Lefkada. Wir wollten dort übernachten, um am nächsten Morgen pünktlich bei der Brücke zu sein. Diese schwimmende Drehbrücke öffnet sich momentan nur viermal am Tag. Sobald alle Boote durch sind, schliesst sie sich wieder für den Autoverkehr – das Timing muss also perfekt sein.

Da der Ankerplatz vor der Kanaleinfahrt wegen zu hoher Wellen und starkem Wind nicht geeignet war, wagten wir es, schon einmal die ersten Meter in den Kanal hineinzufahren. Wir hatten Glück: Am Steg war tatsächlich noch ein einziger Platz frei. Wir legten seitlich an. Anfangs waren wir unsicher: Dürfen wir hier überhaupt liegen? Muss man bezahlen? Nach kurzer Recherche kamen wir zum Schluss, dass man im Zweifelsfall vielleicht eine kleine Gebühr entrichten müsste – aber das war es uns wert, um am nächsten Morgen direkt bei der ersten Öffnung durchfahren zu können. Juna konnte problemlos an Land, und Mabel durfte an Deck bleiben.

Um 06:30 Uhr klingelte der Wecker. Punkt 07:30 Uhr öffnete sich das Nadelöhr. Wir fuhren direkt hinter einem Fischerboot durch, gefolgt von einem weiteren Schweizer Boot, das uns nach kurzer Zeit überholte. Wir genossen die Kanalfahrt bei 1100 Touren in vollen Zügen. Ziel war die Bucht bei Nidri, wo unsere Gäste ein Apartment beziehen würden, damit wir sie für Tagesausflüge mit dem Dinghy abholen konnten. Da wir beide etwas unter Schlafmangel litten, waren wir zwischendurch zwar etwas «gätzig», konnten das aber schnell mit Humor nehmen.

Waschtag und Kabel-Salat

Am Mittwoch stand der grosse Erledigungstag an. Wir hatten einiges an Bettwäsche und Kissen zu waschen und fanden dafür einen kleinen Shop, der von einer sehr netten alten Dame geführt wird. Für 12 € pro Maschine war alles blitzsauber, getrocknet und perfekt gefaltet – wir waren hellauf begeistert.

Während die Maschinen liefen, kümmerten wir uns um Wassernachschub für unsere Tanks. Wir fragten bei einem Yachtservice nach, ob wir an ihrem Steg unsere Kanister füllen dürften (wir landeten auch mit Mabel an diesem Steg).

Normalerweise sehen sie es lieber, wenn man einen Platz mietet, aber da sie gerade voll belegt waren und Wasser eine überlebenswichtige Ressource ist, durften wir zum Glück gratis ran. Da unsere Fernbedienung für die Ankerwinsch wieder streikte, kauften wir bei ihnen einen Ersatz. Da das Nachfolgemodell einen anderen Stecker hatte, nutzte Jan die Zeit direkt, um alles neu zu verkabeln.

So konnten wir den Betreibern zumindest etwas für ihre Mühe und das Wasser bezahlen und hatten kein schlechtes Gewissen, unsere Kanister mehrmals zu füllen.

Besuch von Sandra und Thomas

Am Donnerstag hiess es erst einmal: Boot auf Vordermann bringen. Besuch an Bord ist schliesslich der beste Motivator für einen Frühjahrsputz! Gegen Abend kamen Sandra (Janines Schwester) und ihr Partner Thomas in Nidri an. Trotz kleiner Komplikationen bei der Buchung konnten sie ihr Zimmer beziehen, und Janine holte die beiden für ein Apero mit dem Dinghy ab – ihre erste Solo-Fahrt! Den Abend liessen wir bei einem hausgemachten Moussaka im Restaurant ausklingen.

Am Freitag fuhren wir mit dem Bus ca. 45 Minuten nach Lefkada-Stadt (2.20€ pro Person). Wir flanierten durch die Gassen und genossen die Zeit. Da die Busse abends nicht mehr so häufig fahren und wir nochmals 1,5 Stunden hätten warten müssen, gönnten wir uns für den Rückweg ein Taxi (30€). Zum Abendessen gab es ganz klassisch Gyros: für die Männer mit Fleisch, für die Damen mit Halloumi.

Sturm und Spieleabende

Da für die nächsten Tage starker Wind angesagt war, fühlte sich Jan nicht wohl dabei, das Boot zu lange allein zu lassen. Zudem regnete es fast den ganzen Tag. Nach einer warmen Dusche an Land kehrte Jan zu Scialla zurück, während der Rest der Truppe einen Spiele-Nachmittag einlegte. Als der Regen abends nachliess, stiess Jan dazu, und wir spielten ausgiebig Yätzi, 10.000er, Chicago und Tschau Sepp, bis wir müde ins Bett fielen.

Auch am nächsten Tag zogen Böen mit bis zu 30 Knoten durch die Bucht. Jan blieb wieder an Bord, während die anderen drei zu den Dimitris-Wasserfällen wanderten. Der grösste Teil des Weges führte zwar über Asphalt, aber die letzten 15 Minuten durch die Schlucht waren wunderschön. Zum Glück war der Himmel bedeckt, was das Wandern angenehmer machte. Nach einem erneuten Gyros war für alle erst einmal Erholung angesagt. Wir wussten, dass wir uns noch oft sehen würden, denn der nächste Programmpunkt stand schließlich für den nächsten Tag an.

Barking Blue

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