Hier befinden wir uns zur Zeit:

Premiere der Saison
Wellen, Hafentage und Katzenbabys
Unser nächstes Ziel auf unserem Weg war Kalamata. Was als kurzer Zwischenstopp geplant war, dehnte sich schliesslich zu einer ganzen Woche aus – mit allem, was dazugehört.
Wir ankerten direkt neben dem Hafen, hatten dort allerdings keine angenehme Zeit. Es kamen stets Wellen von ca. einem halben Meter auf Scialla zu, und so ging es dann auch die ganze Nacht hindurch. Wir beschlossen bereits am Abend, für den nächsten Tag einen Platz in der Marina zu buchen – das Office hatte leider schon geschlossen. Wir hatten genug vom Schwell und brauchten alle mal wieder zwei ruhigere Nächte im sicheren Hafen.
Am nächsten Morgen hatte sich die See etwas beruhigt, sodass wir gefahrlos Mabel an Bord holen und in die Marina einlaufen konnten. Wir wurden sehr freundlich empfangen und direkt in unseren Platz gelotst. Der Hafen ist klein und etwas eng (erinnerte uns ein wenig an unseren vollgepackten Starthafen Lavagna), aber die Mitarbeiter sind extrem nett und hilfsbereit. Was für ein Moment, nach über fünf Monaten das erste Mal wieder in einem Hafen zu sein!


Erledigungen, Bootsarbeiten und ein Hauch Luxus
Die Zeit wurde ausgiebig genutzt, um zu waschen, einzukaufen und die Wasservorräte aufzufüllen. Der Karabiner, der unseren Anker oben an Ort und Stelle hält, wenn dieser nicht gebraucht wird, war verbogen. Deshalb hat Jan einen neuen angebracht. Ausserdem wechselte er den Draht aus, der den Schäkel sichert, welcher Anker und Kette zusammenhält. Scialla wurde wieder einmal geschrubbt, und wir genossen Wasser in, für uns, endloser Menge. Die Duschen der Marina nutzten wir lieber nicht - sie waren alles andere als einladend. So wurde weiterhin am Heck geduscht jedoch mit Gartenschlauch (und deutlich mehr Wasserdruck) :-)
Da Jan noch geschäftliche Termine hatte, bei denen er auf gutes Internet angewiesen war, entschieden wir uns, etwas länger zu bleiben. Aus zwei Nächten wurden drei, dann fünf und schliesslich sieben. So landeten wir für eine volle Woche in der Marina.

Hitze, Hundesorgen und ein neues Topper-Glück
Die Tage waren heiss, und es war das erste Mal, dass uns allen dreien die Hitze so sehr zu schaffen machte. Juna ass nur noch sehr wenig und schien irgendwie keine Ruhe zu finden. Da wir uns nicht sicher waren, ob es ihr gut ging, und auf der weiteren Strecke kaum noch Tierärzte zu finden sind, gaben uns die zusätzlichen Tage in der Marina ein Gefühl der Sicherheit. Der Tierarztbesuch blieb zum Glück aus – es war wohl wirklich einfach nur die Hitze. Selbst Jan hatte keinen Appetit mehr und das soll was heissen. Wir merkten schnell, wie sehr uns der Wind vor Anker fehlt; in der Marina gibt es nun einmal deutlich weniger Luftbewegung, und manchmal wird der Wind von den umliegenden Molen oder Booten komplett abgeblockt.

Immerhin konnten wir in der grossen Stadt ein paar Besorgungen machen. Unter anderem füllten wir die Futtervorräte für Juna nochmals auf – jetzt sind wir damit sicher bis Mitte Dezember ausgerüstet. Ausserdem gab es einen Topper für den Salonbereich. Da wir schon seit geraumer Zeit getrennt schlafen, gewinnt das „Sofabett“ dadurch deutlich an Komfort.
Keine Sorge: Wir gehen uns nicht auf den Keks, weil wir räumlich getrennt schlafen. Wir haben einfach gemerkt, dass unsere Schlafqualität so deutlich besser ist und jeder mehr Platz für sich hat. Das ist für uns ein grosser Luxus. Schliesslich sind wir sonst immer 24 Stunden am Tag auf engstem Raum zusammen – da muss man nicht auch noch jede Nacht zusammengepfercht verbringen.

Grosse Supermärkte und zwiespältige Stadteindrücke
Wir waren seit langer Zeit mal wieder in einem riesigen, sogar zweistöckigen Supermarkt. Was für ein Luxus! Da ist man von der riesigen Auswahl glatt überfordert und sollte definitiv nicht hungrig einkaufen gehen.

Die Stadt selber hat uns nicht wirklich gefallen, und wir freuten uns nicht nur wegen des fehlenden Windes auf die anstehenden Ankerplätze. Kalamata wirkt stellenweise etwas schmuddelig und heruntergekommen. Es stehen zahlreiche Häuser im Rohbau, die jedoch längst verlassen sind und einen tristen Eindruck hinterlassen.


Natürlich gibt es auch schöne Flecken: Zum Beispiel den Park mit den alten Lokomotiven und die etwas weiter entfernte Shoppingmeile. Zudem gibt es extrem viele streunende Katzen, die sich fast alle nach Streicheleinheiten sehnen und diese sofort einfordern, sobald man stehen bleibt. Janine hat ein paar von ihnen gefüttert und dabei sogar drei Babykatzen entdeckt.


Diesel bunkern und bereit für den Weiterweg
Das Gute an Hafentagen ist definitiv, dass man im Handumdrehen viele praktische Dinge erledigen kann – so auch das Dieseltanken. Ein Stegnachbar hatte den Tankwagen gerufen, und wir konnten direkt davon profitieren. Es war das erste Mal, dass wir Scialla direkt betankten, anstatt den Treibstoff über Kanister nachzufüllen.
Wir haben jetzt alle unsere Vorräte wieder aufgefüllt und die Reise kann bald voller Tatendrang weitergehen.

