Hier befinden wir uns zur Zeit:

Quallen-Invasionen und Kreuzfahrt-Giganten
Zwischen Naturschutz und Massentourismus
Von unserem Ankerplatz aus unternahmen wir verschiedene Ausflüge in die umliegenden Städte und zur geschützten Insel Marathonisi. Dort sahen wir viele markierte Schildkröten-Nester, die sorgfältig abgesperrt wurden – was auch absolut notwendig ist, denn tagsüber wimmelt es hier nur so vor Touristen. Viele davon kommen mit Mietbooten, da man in Griechenland Boote mit bis zu 30 PS ohne Führerschein mieten darf. Ob diese Bootsführer dann auch die Regeln bezüglich Durchfahrt und Geschwindigkeit kennen, ist allerdings mehr als fraglich.


Auch in den Städten dreht sich alles nur um die Schildkröten, was leider oft den Beigeschmack einer grossen Massenabfertigung hat. Man fragt sich, wie gut es den Tieren tut, wenn man täglich tausende Touristen in ihr sensibles Gebiet lässt, die dann teilweise ihren Müll hinterlassen.

Am letzten Abend besuchten wir Laganas, das etwa eine Seemeile nordöstlich von uns liegt – eine echte Partystadt, deren Clubmusik selbst aus der Ferne noch zu hören war. Charme versprühte sie dabei allerdings nicht. Der Gyros vor der 20-minütigen Heimreise mit dem Dinghy schmeckte da schon besser.

Bei Temperaturen von über 32 °C im Innenraum war das herrliche Wasser auf jeden Fall die beste Abkühlung. Da die Luftfeuchtigkeit so niedrig war, konnten wir auf die Klimaanlage verzichten.

Beim betanken von Mabel haben auch noch einen ungebetenen Gast an Bord gefunden: Eine Gottesanbeterin hat sich auf unser Ruder verirrt. Wie genau sie dorthin kam, bleibt ein Rätsel.


Weiterfahrt nach Peloponnes
Am Freitag haben wir uns entschieden, weiterzuziehen und Kurs auf Peloponnes, die riesige Halbinsel südwestlich von Athen, zu nehmen. Vor unserer Abfahrt genossen wir nochmals das klare Wasser mit Blick auf unseren Anker in 3.3m Tiefe.

Unsere geplante Route führt uns südlich um die Halbinsel herum und schliesslich hinauf in den Argolischen und Saronischen Golf. Diese möchten wir Ende September erreichen. Unser erster Stopp war Katakolon. In den Kommentaren auf Navily war immer wieder vor Quallen gewarnt worden, weshalb das Baden dort erst einmal durch die Borddusche ersetzt wurde.
Am nächsten Morgen wussten wir genau, warum diese Kreaturen so oft erwähnt wurden: Es waren Tausende! Vermutlich handelte es sich um Wurzelmundquallen oder Blumenkohlquallen. Mit einem Schirmdurchmesser von etwa 30 bis 90 Zentimetern sehen sie imposant aus; ihr Gift ist zwar sehr unangenehm und kann stark jucken ist aber glücklicherweise nicht lebensgefährlich.

Kreuzfahrt-Trubel
Katakolon ist eine kleine Stadt, in der jedoch jährlich unglaubliche 271 gigantische Kreuzfahrtschiffe anlegen. Dann herrscht im Ort absoluter Ausnahmezustand. Es ist beeindruckend, wenn diese schwimmenden Städte anlegen und eine riesige Menschenmasse die Gassen flutet. Es gibt sogar einen Zug, mit dem man nach Olympia fahren kann. Wir haben uns mit einigen Ladenbesitzern unterhalten, die natürlich auf diese Einnahmen angewiesen sind. Sie erzählten uns, wie sich alles verändert hat und dass die Zahlen nach dem Einbruch während der Corona-Zeit nun wieder stark steigen.

Sobald die Schiffe ablegen, wird es hier jedoch ziemlich ruhig. In der zweiten Reihe fanden wir zudem einen kleinen Fastfood-Laden, in dem wir einen fantastischen Burger bekamen.

Die Luftfeuchtigkeit lag in den ersten Tagen bei 70 bis 80 Prozent, sodass sich an Bord alles etwas klamm anfühlte – der perfekte Zeitpunkt für unsere Klimaanlage!
Glücklicherweise setzte am Ende ein trockener Wind ein. Das ist das Schöne am Leben auf Scialla: Das Boot dreht sich vor Anker automatisch in den Wind, sodass alles wunderbar durchgelüftet wird. Zudem spürt man deutlich den Temperaturunterschied zwischen Land und See.

Der Ankerplatz selbst war äusserst angenehm, da der Wind meist ablandig wehte und dadurch kaum Wellen entstanden. Nun haben wir unsere Wassertanks, Trinkwasser- und Lebensmittelvorräte wieder aufgefüllt, um in den nächsten Tagen gut gerüstet die Weiterfahrt nach Pylos anzutreten. Das Tankwasser gab es dieses Mal gratis am Dock der Fischer.

