Rettungsaktionen und stürmische Abschiede

Rettungsaktionen und stürmische Abschiede

Freitag, Juli 31, 2026

Entspannte Tage statt Hektik

Vor uns stand eine wichtige Entscheidung: Entweder Plan A – das Abenteuer mit Debi und Michi Richtung Argostoli, um uns vor dem angesagten Wetter im Hafen zu verstecken, was täglich Weiterreisen und schwellige Nächte bedeutet hätte.
Oder Plan B: die kommenden Tage gemütlich angehen, auf Ithaka bleiben und in Vathy Schutz suchen. Da für Mittwoch und Donnerstag heftige Böen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 35 Knoten angekündigt waren und unsere Gäste es lieber entspannt mochten, entschieden wir uns für die gemütliche Variante und blieben einen weiteren Tag in Marmagas. Wir genossen die Taverne, das klare Wasser und die malerische Aussicht in vollen Zügen.

Der Wind spielte zuerst wunderbar mit, sodass wir vor dem Wind fast in die Gidaki-Bucht segeln konnten. Dort verbrachten wir einen herrlichen Abend mit ausgiebigem Baden im glasklaren Wasser, bevor es am nächsten Tag weiter nach Vathy ging. Da diese Bucht sehr offen und anfällig für Schwell ist, setzten wir das erste Mal einen Heckanker. So trafen die grossen Wellen von vorne auf Scialla und wir verbrachten eine rundum ruhige Nacht.

Geburtstags-Chaos und ein ungebetener Wespenstich

Mittwochs feierte Michi seinen Geburtstag. Leider war das Wasser so kabbelig, dass an einen entspannten Landgang in Vathy kaum zu denken war. Es schaukelte so heftig, dass sogar die Leine, mit der wir Mabel befestigten, durchscheuerte. Zum Glück bemerkte Michi es sofort und stürzte sich heldenhaft auf Mabel, um sie zu retten. Danke für diese erste von mehreren Rettungsaktionen in dieser Woche!

Später konnte Jan Debi und Michi für eine kleine Date-Night an Land absetzten. Dass die beiden dabei ganz nebenbei ihre vorläufigen Eheringe fanden, war ein wunderschönes Highlight. Die vorher angekündigten >35 Knoten Wind blieben glücklicherweise aus, doch Böen bis zu 30 Knoten trafen Scialla trotzdem heftig.

Am nächsten Tag wollten wir mit Juna für einen Spaziergang losziehen, doch der Ausflug war jäh beendet, als sie von einer Wespe in die Lefze (Lippe) gestochen wurde. Zum Glück zeigte sie keine allergischen Reaktionen und es schwoll nur leicht an. Dennoch macht man sich sofort Sorgen und überlegt, wie man schnellstmöglich zu einem Tierarzt kommt – laut Google gibt es hier auf Ithaka jedoch keinen. So gab es für Juna an diesem Tag vor allem viel Ruhe und eine erfrischende Portion Eiswürfel auf die betroffene Stelle.

Gewitterstimmung in Efimia

Am Freitagmorgen bot sich ein kleines Wetterfenster, um rechtzeitig vor den stürmischen Winden am Mittag von Vathy (Ithaka) nach Efimia (Kefalonia) zurückzukehren. Der Wecker klingelte gnadenlos um 7:30 Uhr, und nach einer kurzen Runde mit Juna, Müsli und Kaffee hielten wir den Zeitplan ein (Ziel 9:00 Anker oben - Erreicht mit 45 Sekunden Verspätung ;-)). Wir kamen zügig voran, auch wenn uns der Zeitdruck im Nacken sass, denn ein Ankermanöver bei solchen Windverhältnissen macht keinen Spass. Die Fahrt war kühl, grau und nass, aber eine willkommene Abwechslung zur bisher brennenden Hitze.

In Efimia angekommen, zog ein heftiges Gewitter mit Böen von bis zu 40 Knoten über uns hinweg. Zwar gibt es in der Bucht meist noch höhere Masten, sodass die Gefahr eines Blitzeinschlags eher gering ist, aber auf einem Boot ist man den Elementen eben doch stets direkt ausgesetzt.

Samstags hiess es dann nach zehn wunderbaren Tagen Abschied nehmen. Die Taschen waren schnell gepackt, und nach einem etwas hektischen Brunch ging es für Debi und Michi per Taxi nach Argostolli und von da zum Flughafen. Vielen Dank euch beiden für diese super angenehme Zeit!

Eine Rettungsaktion jagt die nächste

Kaum waren wir wieder zu dritt zurück an Bord, überschlugen sich die Ereignisse. Ein Nachbarboot hatte Wäsche aufgehängt, den Wind jedoch unterschätzt: Ein Hemd flog ins Wasser. Jan sprang sofort ins Dinghy, kam aber zu spät – das Hemd war bereits versunken. Bei einem weiteren Boot flog ein Sonnenhut ins Wasser. Hier war ein anderer Nachbar schneller zur Stelle.
Kurz darauf schwamm etwas anderes auf uns zu, das wir an Bord holen konnten: eine Steuerstand-Abdeckung. Jan machte sich auf die Suche nach dem Besitzer. Am Dinghy-Dock war die Erleichterung gross, als er die drei mal zwei Meter grosse Abdeckung hochhielt.

Kaum hatten wir das geklärt, trieb ein Dinghy mit sechs Personen ab, weil der Aussenbordmotor streikte. Sie konnten sich zwar an einem anderen Boot festhalten, aber der Motor sprang einfach nicht an. Jan zögerte nicht lange, fuhr mit Mabel hinaus und brachte die Crew zu ihrem Schiff zurück. 


Als Dankeschön standen sie spät abends mit einer Flasche Wein vor unserer Luke. Was für eine verrückte Woche! Jetzt stehen noch vier kleine Erledigungen auf unserer Liste, bevor wir unsere Reise Richtung Zakynthos fortsetzen können.

Barking Blue

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