Segeltörn, Inselrundfahrt und griechische Gelassenheit

Segeltörn, Inselrundfahrt und griechische Gelassenheit

Freitag, Mai 29, 2026

Vom Kochkurs bis zur U-Boot-Höhle

Die Woche mit Sandra und Thomas startete kulinarisch: Wir besuchten eine Mikrofarm, die für ihr Olivenöl – das bereits mehrfach für seine Weltklasse-Qualität ausgezeichnet wurde – bekannt ist. Der Besitzer Andreas erzählte uns bei einem spannenden Austausch von den Tücken der griechischen Bürokratie; er lebt seit 1,5 Jahren in einem Zelt auf seinem eigenen Gelände, weil eine einzige Unterschrift für eine Untersuchung fehlt, bevor er überhaupt die Baugenehmigung beantragen kann.

Wir backten gemeinsam Brot, bereiteten griechischen Salat, Tsatziki und Ratatouille zu und genossen das Ganze als Mittagessen. Natürlich durfte eine Kostprobe des prämierten Öls nicht fehlen – wir haben uns gleich mit einer Flasche eingedeckt. Solche lokalen Projekte unterstützen wir nur allzu gerne.

Landratten-Modus

Am Dienstag liehen wir uns einen Fiat Panda, um den Rest von Lefkada zu erkunden. Thomas, unser designierter Reiseführer, steuerte uns sicher über die Insel. Erst ging es zum Katiki Strand, wo uns das unnatürlich blaue Wasser zwischen den steilen Klippen fast sprachlos machte.

Danach fuhren wir zum Leuchtturm Doukato an der Südspitze und beendeten den Ausflug mit einem Zvieri in Vasiliki – einem echten Paradies für Windsurfer, wo wir unter den wachsamen Augen zahlreicher Katzen die Aussicht genossen.

Von Insel zu Insel

Am nächsten Tag hiess es: Leinen los für unseren mehrtägigen Segelausflug. Wir spannten Sandra und Thomas direkt voll mit ein, denn «Arbeit hilft gegen Seekrankheit», wie wir gerne sagen. Unsere erste Etappe führte nach Kalamos. In einer traumhaften, einsamen Bucht befestigten wir uns mit Landleinen – Thomas bewies hier direkt sein Talent als Deckshand. Vom Boot aus unterhielten uns die Ziegen an Land mit lautstarkem Kommunikationsdrang, während Jan Pasta mit den Resten unseres Kochkurses zauberte.

Nach einer ruhigen Nacht segelten wir weiter nach Kastos. Obwohl wir aufgrund des Windmangels immer wieder fast zum Stillstand kamen, schafften wir bei einer leichten Brise doch noch 3,3 Knoten. Thomas an der Pinne hat seine Sache hervorragend gemacht. Die Insel selbst ist wunderschön, allerdings mit einer kleinen Warnung für Spinnen-Phobiker: Wer den Weg um die Stadt wählt, sollte sich auf stattliche Exemplare gefasst machen!

Abends im Restaurant probierten Jan und Thomas mal einen Retsina. Retsina ist ein traditioneller griechischer Wein, der bei der Gärung mit kleinen Stücken von Pinienharz versetzt wird. Das verleiht ihm sein charakteristisches, harziges Aroma, das besonders gut zu deftigen griechischen Speisen passt. Ein echter Klassiker, den man in Griechenland unbedingt einmal probieren muss! Der Besitzer war so angetan von uns, dass er uns zum Abschied eine PET-Flasche davon gratis mit auf den Weg gab.

Höhlen, Badespass und das Anker-Abenteuer

Weiter ging es Richtung Meganisi. Unterwegs stoppten wir bei einer historischen Höhle, in der früher U-Boote versteckt wurden. Während Sandra und Thomas diese per SUP erkundeten, drehten Jan und Janine mit Scialla kreise - der Untergrund war sehr tief und felsig, eher ungünstig zum Ankern.

Nach sechs Stunden Fahrt erreichten wir die Bucht bei Atherinos. Da wir alle bei der Hitze eine Abkühlung brauchten, sprangen wir ins Wasser – Juna inklusive! Die arme Fellnase konnte bei Jans sprung nicht rechtzeitig bremsen und machte unfreiwillig einen Plumpser ins Nass. Schnell gerettet und mit einer Süsswasserdusche versorgt, war sie aber bald wieder in der Sonne trocken.

Für unsere letzte Nacht wählten wir Desimi – unser bisher tiefster Ankerplatz bei stattlichen 19 Metern. Jan und Thomas nutzten die Zeit zum Rudern, während Janine einen herrlichen Eintopf aus dem Backofen vorbereitete.

Zurück nach Nidri

Die Rückfahrt nach Nidri dauerte nur ein bisschen mer als eine Stunde. Der Wind kam dabei grösstenteils aus Raumshots und so konnten wir den gesamten Weg mit der Genua Segeln. Es war eine wirklich aktionsreiche Woche, in der wir dank der vier zusätzlichen helfenden Hände an Bord ein ganz neues Tempo erleben durften. Nachdem wir in Nidri festgemacht hatten, gab es für unsere Gäste und uns den wohlverdienten Luxus einer Apartment-Dusche, bevor wir gemeinsam den zweitletzten Abend in einem Restaurant ausklingen liessen.

Es war eine Freude, Sandra und Thomas das Leben auf dem Wasser näherzubringen. Solche Wochen zeigen uns immer wieder, warum wir diesen Weg gewählt haben – und wie schön es ist, diesen mit lieben Menschen zu teilen. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Kapitel unserer Reise und darauf, euch bald wieder von unseren neuen Abenteuern zu berichten.

Vielen Dank fürs Mitlesen! Falls ihr unsere Reise unterstützen möchtet, schaut doch gerne mal in unserem Shop vorbei, ob euch etwas gefällt – Sonderwünsche erfüllen wir natürlich ebenfalls sehr gerne.

Barking Blue

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