Hier befinden wir uns zur Zeit:

Tanzende Feste und eine kleine „Chaos-Hafenmanöver“-Premiere
Zwischen Bootspflege, Tierarzt und einer lokalen Feier.
In Efimia trafen wir auf ein äusserst sympathisches amerikanisches Paar, Joanna und Matthew. Die beiden haben ihr altes Leben hinter sich gelassen, das Boot eines bekannten YouTuber-Paares übernommen und leben nun seit einem Jahr Vollzeit darauf. Es war richtig schön, sich mit Gleichgesinnten in unserem Alter auszutauschen und bis spät in die Nacht über Gott, die Welt und die amerikanische Kultur zu philosophieren. Natürlich durfte tagsdarauf eine Besichtigung von Scialla nicht fehlen – eine perfekte Gelegenheit für uns, das Boot mal wieder einer Grundreinigung zu unterziehen. Denn die Detailarbeiten werden manchmal etwas vernachlässigt.
Einen kurzen Abstecher machten Janine und Juna nach Sami zum Tierarzt. Juna rutschte die Tage zuvor etwas auf ihrem „Fudi“ rum – ein Zeichen für Probleme mit der Analdrüse. Der Arzt war extrem schnell und effizient: Drüsen geleert, Ohren kontrolliert, Gewicht bei schlanken 7,2 Kilo – alles bestens. Die Kosten hielten sich mit 25 € für die Behandlung und 36 € für die Taxifahrten ebenfalls im Rahmen. Den Weg per Boot nach Sami haben wir uns bewusst gespart, da der dortige Ankerplatz durch den Fährverkehr sehr unruhig und laut ist.

Geburtstag unter griechischen Böen
Am nächsten Tag stand Janines Geburtstag an. Wir haben uns den Luxus gegönnt, gleich zweimal auswärts zu essen, um den Abwasch zu vermeiden. Wie schon im letzten Jahr sorgte das Wetter für ein typisches „Geburtstags-Spektakel“: Böen mit bis zu 28 Knoten fegten über uns hinweg. Es ist schon eine schöne Art, den Wurftag auf dem eigenen Boot zu feiern – wir geniessen jeden dieser Momente, solange es eben geht.

Putzmarathon und das Fest der Heiligen Euphemia
Samstags legten wir seitlich am Steg an, um Scialla einer grossen Wellness-Kur zu unterziehen. Das erste Mal seit wir Italien im April verlassen haben. Mit vereinten Kräften waren mehr als drei Stunden voller Schrubben angesagt. Wir haben 390 Liter Frischwasser verbraucht, um das Salz und die Kristalle restlos zu entfernen und alle Metallteile mit Stahlwolle von Flugrost zu befreien – der Glanz danach war jede Anstrengung wert!


Am Nachmittag wurde es dann plötzlich festlich: Wir hatten nicht geahnt, dass genau am 11. Juli das Patrozinium der Heiligen Euphemia (Agia Efimia) gefeiert wird. Direkt neben unserem Liegeplatz wurde eine Bühne aufgebaut, eine Live-Band spielte griechische Musik, und die Einheimischen tanzten in einer beeindruckenden Choreografie bis vier Uhr morgens. Dass wir nach Monaten genau an diesem Festtag wieder an Land festgemacht haben, war ein wunderbarer Zufall.

Abschied vom Steg – ein Manöver mit Hindernissen
Am Sonntag hiess es dann allerdings Abschied nehmen vom Kai. Unser Nachbar informierte uns, dass grosse Motoryachten kommen würden, und bat uns, weiter nach hinten zu rücken. Dort gab es jedoch an der Wand alte Ketten und Metallplatten – bei den angesagten Böen war uns das Risiko zu gross. Also: Ablegen.
Zuvor konnten wir noch 20 Liter Diesel aus dem Tankwagen bunkern, der vom Stegnachbarn gerufen wurde.


Ohne Bugstrahlruder (eine kleine Propeller-Einrichtung vorne, die das Schiff seitlich manövrierbar macht) ist das Anlegen in engen Boxen ohne Hilfe nicht einfach. Beim Ablegemanöver gerieten wir gegen den Wind etwas ins Straucheln und blieben leicht am Dinghy unseres Nachbarn hängen (dieser stand Quer vor uns). Dieser half uns mit einer Leine die Kurve zu kriegen. Es war ein chaotisches Manöver, bei dem Jan Scialla mühsam vom Steg drehen musste, aber ausser einem kleinen Kratzer ist nichts passiert. Wir machen solche Manöver selten, daher nehmen wir das „Hafen-Chaos“ gelassen. Wir haben danach wieder sicher geankert.

Aktuell geniessen wir die moderaten Temperaturen und die täglichen 20-Knoten-Winde aus Nordwest, die uns die Klimaanlage oft ersparen. Nächste Woche erwarten wir zwei Gäste an Bord. Das erste Mal für längere Zeit zu viert – wir sind gespannt, wie es wird und freuen uns riesig auf die gemeinsame Zeit mit den beiden!

