Hier befinden wir uns zur Zeit:

Tierische Begegnungen, Bruchpiloten und herzliche Wiedersehen
Zwischen Hafenkino, seltenen Gästen und alten Freunden
Was letzte Woche noch eine ziemlich ereignislose Woche war, haben wir am Montag direkt wieder aufgeholt – wir hatten gleich zwei tierische Begegnungen. Wir fuhren in die nur eine halbe Stunde entfernte Bucht von Vathy. Da wir mittags ankamen, fanden wir direkt einen guten Platz. Nachmittags strömten dann immer mehr Boote an, vermutlich weil auch viele Chartercrews die Schönheit des Ortes geniessen möchten. Da man auch direkt am Stadtkai festmachen kann (mit Anker vorne und Leinen am Steg für 30€ pro Nacht) und die Bucht viel Platz bietet, scheint es fast so, als wäre die Stadt nur von Seglern bevölkert.


Vathy ist die Hauptstadt von Ithaka und ein sehr schönes Fleckchen - auch da es strenge Bauregeln gibt, um den ursprünglichen Stil zu bewahren. Das hat seinen Grund: Nach einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1953 musste der Ort weitreichend wiederaufgebaut werden, wobei man sich bemühte, das traditionelle Bild der Ionischen Inseln zu erhalten.
Als Heimat des Odysseus gilt sie als historisch bedeutsamer Ort, der durch seine Lage im tiefen Naturhafen eine lange maritime Tradition hat.


Ein echtes Highlight war, als Jan plötzlich ein Tier im Wasser entdeckte: Es war tatsächlich der Kopf einer Mönchsrobbe den wir kurz sahen! Wir konnten unser Glück kaum fassen, denn selbst bei langjährigen Griechenland-Seglern ist eine Sichtung dieses seltenen Tieres äusserst rar. Als wir am späteren Nachmittag dann Richtung Stadt fuhren, tauchte nur etwa 1,5 Meter neben Mabel eine grosse Meeresschildkröte auf. Wir waren völlig aus dem Häuschen – zumal Jan am nächsten Tag noch ein Foto einer weiteren Schildkröte schiessen konnte.

Während Jan Kunden-Termine wahrnahm, widmete sich Janine der Wäsche. Die Tage verflogen förmlich, und wir genossen die Ruhe sowie das „Hafenkino“. Da unsere Vorräte schrumpften, besorgten wir eine Wasserkarte für 30€, mit der man an den Smart-Säulen der Stadtkais auf Ithaka und Kefalonia Wasser tanken kann. Es ist das erste Mal in dieser Saison, dass wir für Tankwasser bezahlen mussten. Mit einem Preis von ca. einem Cent pro Liter geht das aber vollkommen in Ordnung.

Am Freitag gab es eine schöne Überraschung: Die Lykkevind traf ebenfalls in Vathy ein und bescherte uns altbekannte Nachbarn. Juna war vor Aufregung kaum zu bändigen und wollte sofort an Bord. Da Bea und Ueli noch ihre Wäsche erledigen mussten und wir mit dem Wassertanken beschäftigt waren, blieb Juna kurz als Gast bei ihnen. Eigentlich nur bis wir sowieso für den Spielenachmittag vorbeigehen würden. Als sie uns jedoch entdeckte fing sie an zu jaulen und bellen so dass Jan sie abholte. Ihre Freude war riesig – sie rannte so ausgelassen über das Deck, dass sie prompt durch die Dachluke der Heckkabine plumpste!

Glücklicherweise landete sie unversehrt auf dem Bett. Es war, als wäre sie in den Orchestergraben gefallen, aber sie nahm den kleinen Schreck mit wedelndem Schwanz gelassen hin, und wir vier hatten ordentlich was zu lachen.

Der Austausch mit den beiden ist immer wieder schön, und da sie noch eine Nacht blieben, trafen wir uns sonntags direkt für eine Revanche beim „Brändi Dog“. Die Zeit verging wie im Flug und da wir abends keine Lust mehr zum Kochen hatten, entschieden wir uns für einen Take-away-Gyros (4.30€ p.p.).

Es ist das einfache Leben vor Anker, das uns jeden Tag aufs Neue zeigt, dass wir genau hier sein wollen – egal wie stürmisch oder ruhig das Wasser gerade unter uns ist.

