Hier befinden wir uns zur Zeit:

Undichte Fenster und leere Batterien
Rettungseinsatz mit Gratiswasser und Vorbereitungen für den Winterhafen
Für Janine war es Zeit für eine Veränderung – und zwar in Form eines Haarschnitts. Sie schneidet sich die Haare, seit wir unterwegs sind, jeweils selber. Das war das erste Mal seit dem Kindergarten, dass sie ihre Haare wieder so kurz trug. Es ist extrem praktisch und verbraucht nur noch etwa die Hälfte an Shampoo!

Nicht nur die kurzen Haare waren neu, sondern auch der Nebel, der uns am Morgen beim Sonnenaufgang zum ersten Mal in dieser Saison begrüsste.

Auf nach Porto Heli: Tierarzt-Check und Gratiswasser
Am Mittwoch fuhren wir drei Stunden weiter nach Porto Heli. Zuvor unternahmen wir jedoch noch einen letzten ausgiebigen Spaziergang durch den Wald bei Ermioni.

Für die kommenden Tage war wieder viel Wind und Regen angesagt und wir lagen dort optimal geschützt. Ausserdem stand am Donnerstag noch ein Kontrolltermin beim Tierarzt an, für den Porto Heli perfekt gelegen war. Der Besuch war nur eine kurze Nachkontrolle für Juna, und wir bekamen nochmals Medikamente. Kostenpunkt: 10€. Da war selbst die Taxifahrt zum Arzt teurer.

Kurz darauf kamen wir unter lustigen Umständen zu Gratiswasser: Ein fremdes Dinghy blieb in der Bucht stecken, da die Crew den Motor nicht mehr zum Laufen brachte. Wie Jan nun mal ist, stieg er kurzerhand in unser Beiboot und schleppte die beiden zurück zu ihrem Schiff im Hafen. Sie fragten, ob sie ihm als Dankeschön etwas geben dürften, worauf Jan antwortete: „Wir würden sehr gerne unsere Wasserkanister füllen!“ Das machten sie natürlich gerne und boten sogar an, nochmals Nachschub zu holen, falls es nicht reichte. Die Kanister lagen sowieso schon im Dinghy bereit, weil wir eigentlich beim Wassertruck auffüllen wollten. Was für eine schöne Belohnung für eine gute Tat!
Typisches Bootsprojekt
Den sonnigen und warmen Freitag nutzten wir für ein lange aufgeschobenes Projekt. Bei starkem Regen dringt an vier Fenstern Wasser ein. Im Badezimmer ist das leider etwas kritisch, weil es genau auf die Stromversorgung der Toilette tropft. Wir bauten das Fenster aus und reinigten die Plexiglasscheibe gründlich vom alten Dichtmaterial. Dann hiess es: Dichtungsband aufkleben, Sikaflex 295 UV (spezieller UV-beständiger Dichtstoff) auftragen und die Schrauben setzen. Dafür musste Jan von aussen die Scheibe so fest er konnte andrücken, während Janine von innen die Muttern ansetzte. Bevor wir alle Schrauben endgültig anzogen, haben wir aussen um das Fenster herum noch einmal eine Fuge mit Sikaflex gezogen. Da fast 20 Jahre vergangen sind seit Jan schöne Fugen auf der Baustelle produzierte, benötigt dieses erste Fenster vielleicht nochmals eine Verschönerungsrunde ;-)

Insgesamt arbeiteten wir drei Stunden an diesem einen kleinen Fenster – ein typisches Bootsprojekt eben! Am nächsten Tag wurde unsere Arbeit direkt durch ausgiebigen Regen getestet. Ergebnis: Es ist dicht – hurra! Die restlichen Stellen, an denen es reintropft, werden wir wohl in aller Ruhe im Winterhafen erledigen. Selbstverständlich erst, wenn es aufhört zu regnen und lange genug trocken ist.

Energiesparen an Bord
Momentan beschäftigen uns die immer leerer werdenden Batterien, die normalerweise über die Solarpanels geladen werden. Da es oft bewölkt oder regnerisch ist, werden sie nicht mehr ausreichend mit frischem Strom versorgt. Da wir sowieso unsere Kühlschränke abtauen wollten (das Eisfach erinnerte uns an die letzte Eiszeit), war das der ideale Zeitpunkt, um nur noch einen davon laufen zu lassen. Das spart immerhin etwas Strom. Auch der Server musste vorübergehend abgeschaltet und Jan's Tests der Unreal Engine auf seinem älteren Game-Notebook auf die Hafenzeit verschoben werden.

Zum ersten Mal mussten wir sogar den Motor vor Anker anwerfen, um unsere Batterien zu laden. Das ist zwar sehr laut, aber nach 2,5 Stunden konnten wir die Akkus immerhin um 20% auffüllen. Für den Motor ist es zwar nicht das Gesündeste, ohne Last zu laufen, aber kaputt geht er davon zum Glück nicht gleich!
Um weiter Strom zu sparen, wollten wir mit Gas kochen. Natürlich war genau in diesem Moment die Gasflasche leer. Nicht der beste Zeitpunkt, wenn man bedenkt das wir diese kleine 2.5kg Flasche im März das letzte Mal füllen liessen, jedoch nicht weiter ärgerlich. Sie war jedoch so stark verrostet, dass wir befürchteten, man würde sie uns gar nicht mehr austauschen. Also entsorgten wir sie und Jan fuhr mit dem Taxi in einen Baumarkt. Dort kaufte er eine neue Flasche für 33€ (15.- für die Flasche + 18.- Füllung). An Bord bemerkte er beim Anschliessen allerdings, dass die Dichtung nicht mehr die neuste war. Am nächsten Morgen gingen wir daher erneut zum Baumarkt, wo er ohne Probleme Ersatz bekam. Diesmal sass alles perfekt, sodass wir uns wieder sicher genug fühlten, den Gasherd zu benutzen.

Warten auf den 1. November
Eigentlich war die Idee, die letzten Oktobertage noch etwas herumzureisen. Allerdings liegen die Buchten, die vor Wind und Wetter geschützt sind, sehr abgelegen. Im Sommer ist das wunderschön, wenn es am Abend lange hell ist. Momentan dunkelt es jedoch bereits ab 17 Uhr ein. An einem pechschwarzen Strand anzulegen (wo es keine Lichter oder Strassenlaternen gibt), ist irgendwie ungemütlich und etwas gruselig. Dann wäre Junas letzte Pipirunde bereits vor 17 Uhr – und das wird dann doch etwas gar lang bis zum nächsten Morgen!
Wir bleiben also noch hier vor Anker liegen, bis es am 1. November in den Hafen geht.

