Waldbrand und Kurs auf das Schildkröten-Paradies

Waldbrand und Kurs auf das Schildkröten-Paradies

Samstag, August 8, 2026

Letzte Tage auf Kefalonia

Montags mieteten wir ein Auto, um nach Argostoli zu gelangen. Das wollten wir eigentlich gemeinsam mit Michi und Debi tun und die beiden dabei gleich am Flughafen abladen, aber wegen des schlechten Wetters fühlten wir uns am Tag ihrer Abreise nicht wohl dabei, Scialla so lange alleine zu lassen. Der Ausflug war trotzdem nötig, denn wir mussten Hundefutter für Juna abholen. Da Tierläden in Griechenland eher rar gesät sind, hatten wir die gewünschte Dosenmenge im Voraus bestellt. Mit einem kleinen Kia Ceed ging es einmal quer über die Insel – zum Glück mit Klimaanlage! Jetzt haben wir wieder Futtervorräte bis Mitte Oktober an Bord. Wir schauten noch kurz beim Tierarzt vorbei, um uns wegen Junas Wespenstich zu erkunden, aber da sie keinerlei Allergieanzeichen zeigte und alles verheilt war, gab es Entwarnung. 

Dienstag und Mittwoch nutzten wir für all die Dinge, die im Alltag anfallen: Waschen, Wasser bunkern, Einkaufen und ausgiebige Server-Updates für Kunden, die Jan erledigte. Am Donnerstag ging es dann los in den Süden von Kefalonia. Die Fahrt war ziemlich wellig und ganz schön anstrengend, weil wir ordentlich durchgeschüttelt wurden.

Eigentlich wollten wir am nächsten Tag direkt weiterziehen, aber das Wasser war so glasklar, der Ankergrund lag nur gerade 3,5 Meter unter uns, und es gefiel uns so gut, dass wir kurzerhand zwei Nächte länger blieben - wir haben ja keinen Stress ;-)

Ein brennender Horizont

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden wir plötzlich von ständigen Handy-Alarmen geweckt: Ein Waldbrand war ganz in der Nähe ausgebrochen. Am Sonntagmorgen hörten wir bereits die Löschflugzeuge und Helikopter ihre Kreise drehen. Es war faszinierend zu beobachten, wie nah sie an uns herankamen, um ihre Tanks aufzufüllen und den Brand in Schach zu halten – wir konnten sogar die Stichflammen hinter den Hügeln züngeln sehen. Man hört ja immer wieder von Waldbränden, aber einen so nah mitzuerleben, ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Die Rauchschwaden zogen sich schliesslich beinahe bis nach Zakynthos hinüber.

Für uns hiess es: Sieben Sachen packen und los! Um acht Uhr morgens lichteten wir den Anker. Es war herrlich, so früh unterwegs zu sein, und bereits nach zehn Minuten setzten wir die Segel und flogen förmlich davon. Auf Halbwindkurs erreichten wir bis zu 6 Knoten. Als sich der Wind dann weiter nach achtern drehte – das bedeutet, dass der Wind nun direkt von hinten kommt und das Schiff vor sich her schiebt –, nahmen wir das Grosssegel herunter und segelten nur mit der Genua weiter, da diese ohnehin deutlich grösser ist.

Zwischenstopp und Ankunft im Schildkröten-Park

Wir kamen in der Hauptstadt von Zakynthos an und warfen den Anker. Da jedoch so hohe Wellen kamen, dass an eine ruhige Nacht nicht zu denken war, machten wir dort nur eine ausgiebige Mittagspause, kochten etwas Leckeres und fuhren eine Stunde später wieder weiter. Der Wind schlief leider etwas ein (Jan versuchte noch etwas mit dem Ruder mitzuhelfen ;-)) und kam zudem aus der falschen Richtung, sodass wir den Motor anwerfen mussten.

Zakynthos ist wunderschön, und die steilen Klippen bieten einen grandiosen Anblick, aber geschützte, versteckte Ankerplätze sind hier echte Mangelware.

So fuhren wir weiter in den Süden und erreichten nach insgesamt achteinhalb Stunden Fahrt den Marine Park von Zakynthos. Dies ist einer der wichtigsten Nistplätze im gesamten Mittelmeerraum für die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta). Die Nistplätze werden von einer Freiwilligenorganisation mit kleinen Holzgestellen markiert und geschützt, damit u.a. keine Sonnenschirme darauf aufgestellt werden. Da wir genau zur Hauptsaison der Schlüpfzeit vor Ort sind, sind wir schon sehr gespannt, ob wir die eine oder andere Jung-Schildkröte antreffen werden!

In diesem Schutzgebiet gilt ein strenges Regelwerk mit den Zonen A, B und C: In Zone A herrscht absolutes Ein-, Durchfahrts-, Anker- und Angelverbot. In Zone B darf mit maximal 6 Knoten gefahren werden und es herrscht ebenfalls Ankerverbot, und in Zone C ist das Ankern erlaubt. Wir fanden einen schönen Platz in Zone C vor einer steilen Klippe mit einem kleinen Steinstrand. Nach der langen Fahrt waren wir alle drei todmüde. Nach einer ausgiebigen Abkühlung im Wasser fielen wir schnell ins Bett.

Barking Blue

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