Wanderlust auf Paxos

Wanderlust auf Paxos

Freitag, Mai 15, 2026

Zwischen Waschsalon, Dschungelpfaden und der «kalten Hundeschnauze»

Die neue Woche startete ganz pragmatisch mit einer grossen Waschaktion. Es wurde allmählich Zeit, die Vorräte an sauberer Kleidung aufzustocken. Hier in Lakka fanden wir einen wunderbaren Waschsalon, der von einer äusserst sympathischen Dame geführt wird.

Während die Maschinen ihre Runden drehten, begaben sich Juna und Janine auf Entdeckungstour. Jan brachte unterdessen die Einkäufe mit Mabel zurück zu Scialla. Ihr Ziel war eine alte Ruine, die sich vor Ort allerdings als einfache Mauer entpuppte. Doch wie man so schön sagt: Der Weg ist das Ziel – und Janine hatte für diese Mini-Wanderung natürlich das «perfekte» Schuhwerk gewählt.

Zurück an Bord mit der frischen Wäsche nutzten wir die Gelegenheit für eine kleine Umräumaktion in den Schränken. Die schweren Pullover, dicken Jacken und langen Hosen durften endlich in die hinteren Ecken wandern, während die leichte Frühlingsgarderobe nun griffbereit vorne liegt.

Zu Fuss über die Insel

Wir nutzten das noch milde Wetter, um die Insel zu Fuss zu erkunden, bevor die Mittagssonne uns bald wieder dauerhaft in den Schatten zwingt. Zuerst wanderten wir in das malerische Dorf Loggos, das etwa eine Stunde entfernt liegt.

Am Mittwoch war es erneut leicht bedeckt – ideales Wanderwetter, also nahmen wir uns die Hauptstadt von Paxos vor: Gaios. Die Strecke beträgt etwa acht Kilometer, was normalerweise in knapp zwei Stunden machbar ist. Durch Pausen und einen kleinen Umweg zu einer abgelegenen Kirche dauerte es bei uns jedoch deutlich länger.

Das lag vor allem an einem kapitalen Fehler: Wir wählten einen «Weg» durch dichtes Gestrüpp, Dornen und über extrem wackelige Steine. Die Sorge vor den Schlagen war ebenfalls im Hinterkopf. Wir mussten Juna sogar tragen, um sie sicher durch das Dickicht zu bringen. Unsere zerkratzten Beine am Ende der Tour sprachen Bände – diesen Pfad würden wir definitiv nicht noch einmal wählen und wurde sicher vor längeren Zeit auf der Karte eingetragen.

Völlig erschöpft, aber glücklich, erreichten wir schliesslich den «Dschungel-Ausgang» kurz vor der Stadt.

Ein ausgiebiges Mittagessen hatten wir uns nun redlich verdient! Nach insgesamt sieben Stunden kehrten wir zurück auf Scialla und fielen nach einem letzten kurzen Landgang für Juna nur noch müde in die Kojen.

Schweizer Abende und wertvolle Tipps

Nach den bewegungsreichen Tagen kam uns das trübe und nasse Wetter am Donnerstag und Freitag fast gelegen – so fiel es uns leicht, einen Ruhetag einzulegen während am Freitag ein stürmischer Wind über die Bucht fegte. Juna schien sich ebenfalls nicht über die Pause zu beklagen.

Samstags wurden wir auf das Nachbars-Boot eines sehr netten Schweizer Paars eingeladen. Die beiden sind bereits seit drei Jahren mit ihrem eigenen Segelschiff in dieser Region unterwegs, und so konnten wir viele wertvolle Tipps und Hinweise auf ruhige Ankerplätze sammeln. Wir tauschten Erlebnisse aus und spielten eine leidenschaftliche Runde «Brandy Dog» (Ueli und Janine gewannen beide Runden). Den Abend liessen wir gemeinsam in einem feinen, familiengeführten Restaurant ausklingen, das unsere neuen Bekannten schon vor fünf Jahren entdeckt hatten. Das Essen war hervorragend und die Gesellschaft ebenso.

Kulinarik an Bord der Lykkevind

Am nächsten Tag trafen wir uns gleich noch einmal an Bord der «Lykkevind» zu Spielen, Kaffee und einer «Kalten Hundeschnauze». Dieses norddeutsche Rezept ist ein echter Klassiker unter Seglern, da es ohne Backofen auskommt:

Rezept: Kalte Hundeschnauze (Kekskuchen)

Zutaten: 150 g Zartbitterkuvertüre, 450 g Vollmilchkuvertüre, 150 g Kokosfett, 200 g Schlagsahne, 2 Pck. Vanillinzucker (optional), 250 g Butterkekse

Zubereitung: Für die Schokoladencreme beide Kuvertüren grob hacken, das Kokosfett klein schneiden, alles zusammen mit der Sahne in einem Topf schmelzen und gut verrühren. Zuletzt Vanillinzucker unterrühren. Eine Kastenform mit Folie auslegen und abwechselnd Schokolade und Kekse schichten. Den Kuchen für mehrere Stunden (am besten über Nacht) kühl stellen, bis er fest ist. 

Das Dessert sieht nicht nur hübsch aus sondern ist auch wirklich sehr lecker.

An diesem Spieltag wendete sich das Blatt, Bea und Jan konnten drei Siege einfahren. Wir genossen den gemütlichen Austausch sehr, schmiedeten aber bereits Pläne für die Weiterreise. Da für Montag guter Wind angekündigt ist, werden wir dann Richtung Lefkada aufbrechen. Antipaxos heben wir uns für einen späteren Besuch auf.

Es war eine wunderschöne, abwechslungsreiche Woche auf Paxos, die uns einmal mehr gezeigt hat, wie bereichernd die Begegnungen in der Segel-Community sind. Nun freuen wir uns auf das nächste Kapitel unserer Reise und den ersten Besuch hier auf Griechenland.

Barking Blue

Hier befinden wir uns zur Zeit:

Du möchtest unsere Abenteuer unterstützen? Jeder kleine Beitrag in unser virtuelles Bordkässeli hilft uns, Diesel, Kaffee oder einen dringend nötigen Hafentag zu finanzieren. 
Danke, dass du mit uns auf Reisen gehst! 💙
Suchen