Hier befinden wir uns zur Zeit:

Zwischen Kaps und Kofferpacken
Vom legendären Kap Malea und einem Abschied auf Zeit.
In Elafonisos wetterten wir drei Tage lang ab, während mal wieder starke Winde mit bis zu 30 Knoten über uns hinwegfegten. Weiter östlich bekommt man den Meltemi teilweise auch zu spüren (Der Meltemi ist ein starker Sommerwind in der Ägäis, der vor allem von Mai bis September aus Nord/Nordost weht. Er bringt tagsüber oft 20 bis 30 Knoten und sorgt an der Ostküste Peloponnes und um die Kaps für ordentlich Welle). Zum Glück kamen sie ablandig, sodass wir kaum Wellen hatten.


Die beiden Buchten bei Elafonisos sind durch einen schmalen Strandabschnitt getrennt und einfach wunderschön anzusehen. Ganz in der Nähe gibt es einen ziemlich neu aussehenden Campingplatz mit einem Restaurant und einem Minimarkt, in dem wir das Nötigste einkaufen konnten. Im Restaurant gab es dann noch eine überraschend leckere Pizza für Jan und feine Falafel für Janine. Juna genoss den Sandstrand und das Herumrennen jedenfalls ganz besonders.

Umrundung des Kap Malea
Wir entschieden uns für den Freitag, um das Kap Malea zu runden, da für diesen Tag etwas weniger Wellen vorhergesagt waren. Wir hatten Glück: Es gab tatsächlich nur wenig Seegang. Das Kap ist berüchtigt, und besonders in der Antike zerschellten hier viele Schiffe an den hohen Klippen, den tückischen Winden und den heftigen Fallböen.
Es war wirklich beeindruckend zu erleben, wie stark so ein Kap die Winde verändern kann. Wir fuhren unter Motor, aber mit dem Grosssegel zur Unterstützung herum. Die Erleichterung war gross, als wir diesen legendären Abschnitt hinter uns liessen.
Monemvasia: Gratis-Marina und der Engel der Segler
Der nächste Halt war Monemvasia. Wir brauchten dringend Wasser, da unsere Reservekanister bereits leer waren. Da wir am nächsten Tag direkt weiterwollten und der Aufwand, Wasser und Diesel vor Anker zu holen, etwas umständlich ist, entschieden wir uns, in die kostenlose Marina zu fahren. Wir fanden einen Platz, an dem wir seitlich anlegen konnten. Jan kaufte eine Wasserkarte für 10 Euro und füllte unseren Tank und die Kanister wieder auf.


Da niemand offiziell für die Marina zuständig ist, hat sich Mateo netterweise der Sache angenommen und kümmert sich hier um die gesamte Seglercommunity. Als wir ihm erzählten, dass wir eine Wasserkarte gekauft hatten, sagte er uns, dass wir das gar nicht hätten tun müssen, da er alles organisieren kann und dafür auch kein Geld haben möchte. Als Gegenleistung kommen die meisten Segler einfach abends zum Essen in sein Restaurant. Dort gab es frisch gefangenen Mahi-Mahi für gerade einmal 17 Euro – und er war wirklich unglaublich lecker!

Da wir für die nächste Etappe auf den Wind warten wollten und erst nachmittags losfahren konnten, machten wir uns morgens auf zur einzigen Tankstelle im Ort. Dort angekommen war jedoch weit und breit niemand zu sehen. Die nette Dame aus dem Restaurant nebenan meinte nur schulterzuckend, er komme und gehe eben, wann er wolle – typisch griechische Gelassenheit.

Als Mateo uns mit dem leeren Kanister an seinem Restaurant vorbeigehen sah, nahm er ihn uns einfach ab und versprach, ihn später gefüllt zu uns ans Boot zu bringen. Dieses Angebot nahmen wir natürlich sehr gerne an! Falls ihr also jemals nach Monemvasia kommen solltet: Lasst euch das Restaurant „Mateo's“ auf keinen Fall entgehen :-)
Warum wir momentan etwas schneller unterwegs sind
Vielleicht ist es dem einen oder anderen aufgefallen, dass wir derzeit etwas mehr Strecke machen als bisher. Das hat einen guten Grund: Am kommenden Mittwoch müssen wir in Porto Heli sein. Janine reist am Donnerstag nämlich erst nach Athen und von dort weiter nach Palma de Mallorca – zur Hochzeit einer sehr guten Freundin und gleichzeitig zur Taufe ihres Sohnes!

Über Kyparissi nach Porto Heli
Am Samstag hiess es dann, weitere 20 Meilen Richtung Norden. Wir kamen am Abend an, nachdem wir einen grossen Teil der Strecke herrlich vor dem Wind segeln konnten. Kyparissi hat eine sehr schöne grüne Umgebung und vor allem viele kleine Ferienhäuser und Hotels.


Am nächsten Morgen ging es direkt weiter. Da für den Nachmittag Gewitter angesagt waren, wollten wir unbedingt vor dem Unwetter an unserem Ankerplatz ankommen. Wir segelten auf einem Halbwindkurs mit bis zu 6kn – einfach herrlich!
Schliesslich braute sich am Himmel einiges zusammen. Nach der Insel Spetses holten wir die Segel ein und fuhren unter Motor in die Bucht von Porto Heli ein. Hier gibt es genügend Platz und Schutz, sodass Jan und Juna die nächste Woche problemlos zu zweit hier verbringen können. Warum Porto Heli für uns etwas ganz Spezielles ist, verraten wir euch dann nächste Woche!

